DARC/RTA: Einführung einer ELL "auf unbestimmte Zeit vertagt"

DARC/RTA: Einführung einer ELL "auf unbestimmte Zeit vertagt"

Der DARC hat am 6. Dezember 2017 in einer "Vorstandsinformation" bekanntgegeben, dass "die Diskussion über die Einführung einer weiteren Lizenzklasse (...) auf unbestimmte Zeit vertagt" wurde. Dies sei während eines Treffens von RTA-Vertretern mit Herrn Wilhelm (BNetzA) am 24. November 2017 besprochen worden.

Nach Darstellung des DARC könne nicht ausgeschlossen werden, "dass mit einer solchen Einführung das Selbstbauprivileg der Funkamateure eingeschränkt werden könnte". Dazu wäre zwingend eine Änderung des Amateurfunkgesetzes (AFuG) erforderlich. Eine Änderung des AFuG könne aber "innerhalb absehbarer Zeit nicht passieren".(Anmerkung der FM-Red.: Eine Einschränkung des "Selbstbaurechts" ist nicht zwingend Voraussetzung für die Einführung einer ELL. Die Einteilung der verschiedenen Arten von Amateurfunkzeugnissen und die inhaltlichen Anforderungen der fachlichen Prüfung sind nicht im Amateurfunkgesetz festgelegt, sondern sie werden aufgrund § 4 Abs. 1 AFuG) von der Verwaltung (BMVI) selbst in Form der Amateurfunkverordnung festgelegt. Eine Änderung des Amateurfunkgesetzes ist dazu nicht erforderlich.)

Bei der besagten "weiteren Lizenzklasse" handelt es sich um die "Entry Level License" (ELL), umgangssprachlich auch "Klasse K" genannt. Eine solche Amateurfunk-Einsteiger-Lizenzklasse unterhalb der bestehenden "Novice"-Klasse (in DL: Klasse E) wurde im Oktober 2006 von ECC/CEPT im sog. "ECC Report 89" vorgeschlagen und steht seit Jahren auf der "Wunschliste" des DARC bzw. RTA.

Der DARC beruft sich dabei auf eine Umfrage auf Distriktsebene zur Einführung einer ELL aus dem Jahre 2009. Nach Angaben des Vereins hatten damals von 24 DARC-Distrikten 19 Distrikte für die Einführung einer ELL gestimmt. Der DARC schloss daraus, dass 86 % seiner Mitglieder der Forderung nach Einführung einer solchen Einsteigerlizenz zugestimmt hätten.

Die RTA-Mitgliedsvereinigungen AGAF, AGCW-DL, AMSAT-DL, DIG und FFR sprachen sich sich seinerzeit gegen die Einführung einer ELL aus. Sie begründeten dies in einem ausführlichen "Minderheitenvotum" in dem auch die Vorgeschichte der ELL ausführlich dargestellt wird.

Das "Minderheitenvotum" kann im Internet unter www.proamateurfunk.de/Minderheitenvotum_ELL.pdf heruntergeladen werden.

Über weitere Ergebnisse des Gesprächs am 24. November hüllt sich der DARC weitgehend in Schweigen. In der "Vorstandsinformation" des Vereins heißt es dazu lediglich, über "viele andere Punkte" sei "Einigkeit erzielt" worden, Herr Wilhelm (BNetzA) wolle "entsprechend tätig werden" und für Anfang des kommenden Jahres seien "weitere Gespräche (zum Beispiel auch über das Thema Remote-Stationen) geplant". Der RTA-Vorstand wolle "auch auf der nächsten RTA-Sitzung über weitere Details berichten".

- wolf -

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Quelle: http://funkmagazin.de/101217.htm

Emergency Communication in Slowenien aktiviert

Emergency Communication in Slowenien aktiviert

Tilen, S56CT hat über die Aktivierung der Funkamateure in Slowenien berichtet, nachdem schwerer Schnee Schäden in einer kleinen Region Sloweniens, Zasavje, verursacht hat, die ungefähr 20.000 Einwohner betroffen hat. Die elektrische Stromversorgung war zusammengebrochen und in der Folge Internet und Telefonnetze. Eine Anzahl von Straßen waren ebenfalls blockiert durch umgestürzte Bäume.

Ein großer Teil der wichtigen Stadt Trbovlje hatte keinen elektrischen Strom einschließlich der 112-Notfallstation. Öffentliche Rufe wurden von der Region Zasavje zur Notfallstation in Ljubljana umgeleitet. Slowenische Notrufstationen sich auch Einsatzzentralen, sodass die Arbeitsbelastung durch die Einsätze außerhalb des normalen Gebietes anwuchs.

Wenige Stunden nach dem Zusammenbruch organisierten Operator der regionalen Notfunkgruppe S50ATR (Trbovlje) sich selbst um mit redundanter Kommunikation zwischenden Zentren in Trbovlje und Ljubljana auszuhelfen. Die Zentrale in Trbovlje war sehr froh und akzeptierte die Hilfe, sodass Matjaz, S57MK und Roman, S56HVF sofort nach Trbovlje gingen mit genügend aufgeladenen Funkgeräten um professionellen Funkbetrieb mit Winlink über eine P2P Packet Radio Verbindung zu einem lokalen Radioklub einzurichten, der eine Satelliten-Internetverbindung und zuverlässige Stromversorgung hatte. Daneben wurde eine Verbindungen durch das FM/DMR-Relaisnetz aufgebaut, die als Link zwischen Trbovlje und Ljubljana diente. In Ljubljana wurde ebenfalls das regionale Team S50ALJ aktiviert um das Notrufzentrum 112 in Ljubljana durch das FM/DMR Relais S55DHF zu unterstützen.

Die Region Zasavje ist für das bergige Terrain und schwierige Funkausbreitung bekannt. Der Amateurfunk verfügt über 3 Relais-Standorte in der Region neben einem Packet Radio Knoten auf einem Fernsehturm, Satelliten-Internet beim Radioklub S59DOR in Trbovlje und natürlich KW mit PACTOR, Winmor usw. für Winlink. Alles gute Beispiele für die unterschiedlichen Möglichkeiten, die Amateurfunk für den Notfunk einbringen kann.
Greg, G0DUB

Notfunk-Koordinator IARU-Region 1
10.12.17 15:36
(Ü: Mike/DJ9OZ)

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Quelle: https://oevsv.at/oevsv/aktuelles/Emergency-Communication-in-Slowenien-aktiviert/

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